Paul Müller-Breil

Paul Müller-Breil (17. Juni 1921 – 9. September 2004).

Paul Müller war eine sehr markante Persönlichkeit, die das Schachleben in der Schweiz nachhaltig sowohl am Brett wie auch in vielerlei Weise als Organisator, Schriftsteller und Schachlehrer prägte. Paul Müller hatte bereits in jungen Jahren Gelegenheit, einige der Koryphäen der damaligen Zeit persönlich kennen zu lernen. Solche Kontakte mit den jeweiligen Schachgrössen pflegte er Zeit seines Lebens, so z.B. mit Max Euwe oder auch Anatoly Karpov, der mehrere Male bei Paul Müller zu Hause auftauchte, um einige Blitzpartien zu spielen und sich zur grossen Aufregung der Jugendlichen spontan bereit erklärte, im Nachwuchstraining von Paul Müllers Stammverein, dem Schachklub Birseck aufzutauchen. Tief beeindruckt hat ihn vor allem eine Begegnung in früher Jugend mit dem Ex-Weltmeister Dr. Emanuel Lasker in Basel, bei der auch Erwin Voellmy zugegen war. Paul Müller erlernte das Schachspiel früh, aber der Durchbruch an die Spitze gelang ihm erst 1946 in Winterthur mit dem begehrten Aufstieg in die Meisterklasse. In den folgenden 12 Jahren nahm er jeweils mit wechselndem Erfolg an den Landesmeisterschaften teil. Als Höhepunkt seiner Schachkarriere als Aktiver vertrat er 1952 die Schweiz – am zweiten Brett spielend – an der Schacholympiade in Helsinki. Mit von der Partie waren im Schweizer Team unter anderem der legendäre IM Henry Grob und der heute noch aktive Edwin Bhend. Der ganz grosse Durchbruch am Schachbrett blieb Paul Müller zwar verwehrt, aber schon sehr früh machte er als Leiter von grösseren und kleineren Turnieren von sich reden. Hervorstechend hier ist sicher seine Rolle alsTurnierleiter bei der Jugendweltmeisterschaft 1959 in Münchenstein, wo der Argentinier Carlos Bielicki den Titel holte. Seine Leistungen wurden 1960 vom Weltschachbund mit dem Titel „Internationaler FIDE-Schiedsrichter“ belohnt. Nicht nur als Turnierleiter war die Förderung der Jugend Paul Müller ein grosses Anliegen. Im Schachklub Birseck, dem er als Gründungsmitglied von der ersten Stunde an zugehörte, kümmerte er sich während Jahren um die Ausbildung des Nachwuchses und führte Schachwochen für Schüler durch. Sein über die Jahre angehäuftes Lehrmaterial alleine füllt schon beinahe eine Bibliothek und er stellte sich auch bis zuletzt als persönlicher Trainer für den schweizerischen Spitzennachwuchs zur Verfügung. Grosse Beachtung verdienen aber auch Paul Müllers Leistungen als Autor und Redaktor. Selber auch ein leidenschaftliche Büchersammler und Besitzer einer bemerkenswerten Schachbibliothek, zeichnete er auch als Autor und Herausgeber mehrerer Schachwerke verantwortlich. Erwähnt werden seien hier vor allem das Olympiabuch „Moskau 1956“ und seine Leistung als Herausgeber des Erinnerungsbuches an die Schacholympiade Luzern 1982. Paul Müller gewann die namhaften Autoren persönlich für die Mitarbeit, sichtete in seiner akribischen Art alle Partien selbst und teilte sie den Mitarbeitern zu. Der Mühe Lohn war ein prächtiges Turnierbuch, das in der Fachwelt auf grosse Begeisterung stiess. So quasi nebenbei war Paul Müller überdies während vieler Jahre Mitarbeiter der deutschen Schachzeitschrift «Europa Rochade», wo er prononciert über das schweizerische Schachgeschehen berichtete, sowie Redaktor der Schachspalte der Basellandschaftlichen Zeitung. Seine journalistischen Fähigkeiten stellte Paul Müller auch dem Schweizerischen Schachverband, dem Vorgänger des Schweizerischen Schachbundes, zweimal als Chefredaktor der «Schweizerischen Schachzeitung» – von 1953 bis 1961 und nochmals von 1979 bis 1987 – zur Verfügung. Der Schweizerische Schachverband honorierte denn auch seine grosse und erfolgreiche Arbeit 1986 mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft.Nach dem Erstellen einer Chronik zum 60 jährigen Jubiläum des SK Birseck wurde das Manuskript über das Werk von Erwin Voellmy zu seiner letzten Arbeit, die er aber leider nicht mehr ganz vervollständigen konnte.

Mueller,Paul – Enevoldsen,Harald 10. Schach Olympiade Helsinki, 27.08.1952

1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.Sc3 dxc4 5.a4 Lf5 6.e3 e6 7.Lxc4 Lb4 8.0–0 0–0 9.Db3 De7 10.Ld2 Sbd7 11.a5 Tfd8 12.e4 Lxc3 13.exf5 Lxd2 14.fxe6 Lf4 15.Tfe1 Sd5 16.exd7 Dxd7 17.g3 Lc7 18.Se5 Dc8 19.a6 Lb6 20.axb7 Dxb7 21.La6 Dc7 22.Tac1 Td6 23.Sxc6 Dd7 24.Se5 Df5 25.Lb7 Tad8 26.Lxd5 Txd5 27.Sc6 Tb5 28.Sxd8 1–0

Mueller,Paul – Pelletier,Yannick SMM 1993

1.e4 c5 2.b3 b6 3.Lb2 Lb7 4.Ld3 Sc6 5.Sf3 e6 6.e5 d6 7.exd6 Sf6 8.0–0 Lxd6 9.a4 0–0 10.Sa3 Sb4 11.Le2 Sbd5 12.Sc4 Sf4 13.Sxd6 Dxd6 14.Le5 Sxe2+ 15.Kh1 Dc6 16.Dxe2 Sg4 17.Lc3 f6 18.Se1 Sh6 19.f4 Tad8 20.Sd3 Sf5 21.Tae1 Tfe8 22.Tf2 La6 23.Se5 Dc8 24.Sc4 Sd4 25.Lxd4 Txd4 26.d3 Lxc4 27.dxc4 e5 28.fxe5 Txe5 29.Df1 Txe1 30.Dxe1 Dd7 31.Tf1 h6 32.h3 Td2 33.De4 a5 34.Te1 Td6 35.Df3 f5 36.Da8+ Kh7 37.Df3 Td2 38.Te2 Td1+ 39.Kh2 Dd6+ 40.g3 Dd7 41.Df4 Th1+ 42.Kxh1 Dd1+ 43.Kg2 Dxe2+ 44.Kg1 Dd1+ 45.Kg2 Dxc2+ 46.Kg1 De4 47.Df1 Kg6 48.h4 h5 49.Df4 Kh7 50.Kh2 De2+ 51.Kh3 De6 52.Kh2 Df6 53.Kh3 g5 54.hxg5 De6 55.Kh4 Kg6 56.Kh3 De7 57.Db8 De6 58.Df4 Dc6 59.Kh2 Dd7 60.Db8 De6 61.Df4 De2+ 62.Kh3 Dd1 63.Kh2 Dd8 64.De3 Dd7 65.Df4 ½–½

NZZ 17.9.2004

Paul Müller-Breil (1921-2004)

rfo. Am 9. September verschied in Arlesheim im Alter von 83 Jahren Paul Müller-Breil. Als langjähriger Redaktor der «Schweizerischen Schachzeitung», Herausgeber zahlreicherer Turnierbücher und Mitinitiator vieler bedeutender Veranstaltungen auf lokaler und nationaler Ebene hatte das Ehrenmitglied des SSB sich um das helvetische Schachleben während Jahrzehnten in höchstem Masse verdient gemacht. Bis zuletzt hat der Verstorbene für den Schachklub Birseck in der Schweizerischen Mannschaftsmeisterschaft gespielt, einer Veranstaltung, die er zusammen mit zwei Kollegen anno 1951 selbst aus der Taufe gehoben hatte. Paul Müller II, wie er zum Anfang seiner Karriere zwecks Unterscheidung von einem ähnlich starken Namensvetter aus Basel genannt wurde, erzielte auch am Schachbrett manch grössere Erfolge und besetzte 1952 in Helsinki hinter Henry Grob das zweite Brett der Schweizer Delegation an der Schacholympiade.

Paul Müller I – Paul Müller II, Basel 1947, Französisch (C07)

1. e4 e6 2. d4 d5 3. Sd2 c5 4. c3 Sc6 5. d:c5 L:c5 6. Sb3 Lb6 7. e:d5 D:d5 8. Dg4 Sf6 9. Dg3 Se4 10. D:g7 L:f2 11. Ke2 b6! 12. Ld2 Tf8 13. Sh3 La6 14. Kd1 S:d2 15. L:a6 S:b3 16. Kc2 S:a1 17. T:a1 De4 18. Ld3 Sb4! 0:1.